HOIO Lemusa

Ohne heiligen Schein

Nun ist es offiziell: Mit dem grossen Knallen der Sylvester-Raketen hat die Santa Lemusa ihre Heiligkeit verloren. Ab 2017 heisst die Insel nur noch Lemusa – wir werden uns daran gewöhnen müssen. Odette Sissay liess sich von den Gegnern ihrer Idee nicht erweichen. In einem Interview mit der Zeitung Liberté bezeichnete sie das Santa im Namen des Staates als einen historischen Lapsus. Es habe auch nie eine Figur namens Lemusa gegeben – der Name gehe vielmehr auf eine frühe Kultur der Insel zurück, die ein narkotisierendes Getränk namens Lemuscha als irdische Erscheinungsform ihrer namen- und geschlechtslosen Gottheit verehrte. Sissay sprach von archäologischen Erkenntnissen, die demnächst veröffentlich würden. Wir sind gespannt.

Die Zeitung Leko veröffentlichte in ihrer letzten Ausgabe des Jahres 2016 eine ganze Reihe von Kommentaren zum Thema – und auch eine Karikatur, in der eine wutschnaubende Lemusa ihrem Heiligenschein hinterher brüllt – leicht zu erraten, was sie ihm wohl mitteilen will: «Reviens! Mais tout de suite!»

So weit wollen wir mit dem verflossenen 2016 nicht gehen. Aber wir freuen uns auf ein 2017 unter neuen Vorzeichen – und wünschen auch unseren Lesern einen Start ohne heiligen Schein.

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